Sogar Zahnärzte rufen an

Neuer Rat für Zahnmaterial-Geschädigte kommt an - Erstes Fazit: Viele haben Angst, für verrückt gehalten zu werden

Reichenbach. Die Gründung der Selbsthilfegruppe Zahnmaterial-Geschädigte Reichenbach/Vogtland am Montag in Reichenbach hat eingeschlagen wie eine Bombe. Das hat jetzt Gruppenleiterin Ina Schiffler bestätigt. "Das Telefon steht seit der ersten Berichterstattung nicht mehr still", sagt die Reichenbacherin. Sie und Gertrud Rothacker aus Erlangen, die mit mehreren Selbsthilfegruppen im süddeutschen Raum erfolgreich arbeitet, haben damit die über das Vogtland hinaus erste Beratungsstelle für Menschen geschaffen, die einen Zusammenhang von Zahnersatz und teilweise erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sehen.

Die Anrufe aus Freiberg, Chemnitz, Waldenburg und Co. beziehungsweise die Besuche der Auftaktveranstaltung, so das erste Fazit der Gruppenleiterin, zeichnet alle aus: "Die meisten Leute haben Angst, sich mit ihrem Leiden zu öffnen. Sie haben Angst, in die Psycho-Ecke abgeschoben zu werden", fasst Ina Schiffler zusammen und sieht damit auch treffend ihren eigenen langen Weg zur Erkenntnis bestätigt: "Die Leiden kommen vom Zahnersatz."

Doch nicht nur Patienten reagieren auf das neue Beratungsangebot. "Es haben sich auch Zahnärzte und Zahntechniker an uns gewandt", berichtet Ina Schiffler. Einem Zahnarzt sei unbekannt gewesen, dass es Menschen gibt, die auf im Bereich Zahnersatz auch verwendetes Kaliumdichromat allergisch reagierten. Das sei nur ein Beispiel. Gerade im weiten Feld der Kleber herrsche eine weitverbreitete Unkenntnis über die darin verwendeten Stoffe. Schuld seien die Hersteller, die sich nicht in die Karten schauen ließen.

Die Leidtragenden seien immer die Patienten, auch diese Erkenntnis sah Ina Schiffler am Montag bestätigt. Oft würden sie von Ärzten und Krankenkassen mit ihren Problemen alleingelassen. "Ich habe mit Frauen gesprochen, die haben geheult. Einer Frau mit offensichtlich vom Zahnersatz herrührenden Beschwerden hatte ein Arzt geraten, Allergietabletten zu nehmen. Er könne eh nicht helfen", berichtet die Gruppenleiterin und vermutet: "Wenn unser Eindruck nicht täuscht, dürften viele Hautärzte Zulauf bekommen. Denn viele wollen jetzt Allergietests machen.

Quelle: Freie Presse Reichenbach ( 08.10.2010 )

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